Hüttentag Niederweningen am So. 20.Oct.
Natur- und Vogelschutzverein Wehntal

Mehlschwalbenvolkszählung 2012-2014

Ofizieller Bericht zur Mehlschwalbenvolkszählung 2012-2014.

Die Analyse der Daten hat einige Zeit in Anspruch genommen, doch nun zeigen die Resultate der Zählung, wo sich unsere kleine Baumeisterin, die Mehlschwalbe, noch zu Hause fühlt.

Die Zählung brachte einige interessante und auch erstaunliche Erkenntnisse.

Die meisten Nester wurden an Wohnhäusern gefunden (49%) gefolgt von landwirtschaftlichen Gebäuden (36%). Industrie- oder Bürogebäude (9%) und Sonderstrukturen wie Brücken oder Schwalbenhäusern (6%) sind als Brutplätze weniger stark vertreten. Vor allem für die Naturnester waren Wohnhäuser der wichtigste Brutplatz, während die meisten Kunstnester an landwirtschaftlichen Gebäuden gefunden wurden. Dies zeigt, dass der Schutz und die Förderung an den traditionellen Brutplätzen sehr wichtig sind.

Insgesamt 57% der 52‘852 gefundenen Nester waren Kunstnester, die Mehlschwalbe ist also bereits heute stark auf menschliche Hilfe angewiesen. Regional ist diese Abhängigkeit sehr unterschiedlich ausgeprägt. Vor allem im Mittelland, östlichen Jura und in der Ostschweiz wurden die meisten Mehlschwalbenbruten in Kunstnestern gefunden, während in der Westschweiz, im Tessin und in den Alpen die Mehlschwalben meist noch in Naturnestern brüten. Dort wo noch viele Naturnester vorhanden sind, wurde auch ein höherer Anteil an offenem Boden gefunden.

Die Besetzungsrate der Nester lag im Schnitt unter 50%, jedoch intakte Naturnester wurden zu 70-72% besetzt. 29% der Naturnester wurden als beschädigt klassifiziert, und solche Nester fanden sich häufiger an Adressen ohne offenen Boden.

Wie die Resultate zeigen, ist bei der Artenförderung Mehlschwalbe wohl ein regional angepasstes Vorgehen erforderlich. Die Erkenntnisse aus der Mehlschwalbenvolkszählung werden nun von uns in Empfehlungen zu Schutz und Förderung der Art einfliessen.

Nochmals möchten wir uns bei allen beteiligten Personen herzlich bedanken. Insgesamt wurden von Ihnen 1979 Stunden aufgewendet und über 320 km2 Untersuchungsgebietsfläche bearbeitet, eine beachtliche Leistung!

Hier gehts zum Bericht (pdf, 3MB)

 

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